Achterbahn fahrende Gefühle, sechs Tage lang…

Haben Pamela und/oder ich uns in den letzten Tagen und Wochen eventuell etwas anders als gewohnt verhalten? Dafür gibts einen Grund:

Anfang Mai habe ich mir per ambulanter Operation am rechten Unterschenkel eine „kleine Beule“ entfernen lassen, mein Hausarzt und der Operateur waren damals einhellig der Meinung daß das Ding nur eine ungefährliche Geschwulst in den oberen Bereichen der Haut sei. Möglicherweise um einen in der Haut stecken gebliebenen Dorn oder ähnliches entstanden, auf jeden Fall eine harmlose Kleinigkeit.

Vorletzten Donnerstag bekam ich per Fax und dann auch telefonisch ein Zwischenergebnis der histologischen Untersuchungen, eine Untersuchung des entnommenen Gewebes wird routinemäßig immer durchgeführt: Krebs.
Und zwar Hautkrebs (DFSP) oder Nervenscheidenkrebs (MPNST), jeweils mit 50% Wahrscheinlichkeit. Seit dem haben wir beide sechs Tage und fünf Nächte mehr oder weniger im gefühlsmäßigen Chaos verbracht. Einerseits fing ich sofort an meinen Nachlaß zu regeln – der bösartige Nervenscheidenkrebs ist kaum operabel, ist kaum erfolgreich per Chemo- oder Strahlentherapie behandelbar und streut angeblich sehr stark. Andererseits die Hoffnung, daß es „nur“ der relativ gutmütige Hautkrebs ist. Zu beiden Tumoren gibts es die haarsträubendsten Berichte im Internet zu finden, man googelt ja sofort wenn man sowas zu hören oder zu lesen bekommt. In der weiteren Folge macht man sich dann die schlimmsten Gedanken, schläft schlecht, lenkt sich mit allen möglichen Dingen ab und versucht trotzdem gegenüber der Umgebung „normal“ zu wirken. Ich weiß nicht ob uns das immer gelungen ist…

Am letzten Mittwoch hatten wir den abschließenden Bericht in Händen: DFSP. Eigentlich ja keine sehr schöne, aber in der Situation trotzdem eine erleichternde Nachricht. Ob der Tumor bei der damaligen Operation komplett entnommen wurde ist nicht nachgewiesen, deshalb könnte man „sicherheitshalber“ weiteres Gewebe um den ehemaligen Tumor entfernen. Nach einem langen Gespräch mit meinem Hausarzt haben wir uns aber entschlossen, erst einmal keine weiteren Maßnahmen durchführen zu lassen. Ich habe irgendwie ein Problem damit, mir ohne sicheren Anlaß ein mindestens 5cm großes Loch ins Bein schneiden zu lassen.
Damit bleibt zwar die latente Möglichkeit daß sich an der alten Stelle wieder ein Tumor bildet, das Risiko gehe ich aber gerne ein. Und wenn es passiert darf dann auch gerne etwas „großzügiger“ geschnitten werden…

Warum schreibe ich das hier, „sowas tut man doch nicht“?
Ganz einfach – es gibt zu viele dienstbeflissene Mitarbeiter des „Wendländischen Nachrichtendienstes“ und andere Gerüchteköche in meiner weiteren Umgebung. Und bevor diese lieben Zeitgenossen sich die tollsten Geschichten ausdenken und verbreiten schreibe ich die Wahrheit lieber hier… 😉

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