Cuxhaven – die „Platte“

Gutes Wetter war angesagt und seit fast drei Wochen stand das WoMo ungenutzt auf dem Hof. Zwei gute Gründe, mal wieder loszufahren…

Da das Wetter nicht nur sonnig, sondern an der Nordseeküste auch relativ windstill werden sollte war dieses Mal Cuxhaven angesagt. Der Stellplatz dort ist ja in den einschlägigen FB-Gruppen und Foren (…dort zuweilen auch als „Platte“ bezeichnet…) berühmt und berüchtigt, den wollten wir uns selbst mal ansehen.
Aus dem Wendland ist die Entfernung bzw. die Fahrtzeit bis Cuxhaven für ein normales Wochenende fast schon grenzwertig. Es führt zwar eine Autobahn dort hin, allerdings aus der falschen Richtung. Der direktere Weg führt an der Elbe entlang über A39 und B73, allerdings hat diese Route einige Nadelöhre im Umkreis um Stade. Und die waren am Freitag auch entsprechend verstopft…

Bing-Luftbild
Quelle: http://www.bing.com/mapspreview

In Cuxhaven wird man gut bis zum SP geführt – wenn man tatsächlich den Schildern folgt, und nicht wie ich dem Garmin-Navi, denn dann macht man eine kleine Stadtrundfahrt am Bahnhof und Lotsenviertel entlang. Der Stellplatz selbst besteht aus Asphalt und Verbundpflaster, die Plätze haben durchweg alle ein Gefälle in mindestens eine Richtung. Sehr unübersichtlich: Mannshohe Zäune, diverse Verkehrsleiteinrichtungen aus Beton und Metall, mittendrin ein mit Müllbehältern garnierter Bürocontainer, an anderer Stelle der Ticketautomat in einem Holzverschlag und an noch einer anderen Stelle, ganz weit weg, die Ent- und Versorgungsstation. Gut und gleichmäßig verteilte Stromsäulen – die allerdings nicht alle zuverlässig arbeiten, ein Nachbar hatte Pech und trotz Guthaben plötzlich keinen Strom mehr, bei uns lief es aber gut. Sanitäranlagen sind Fehlanzeige, aber das weiß man ja vorher.

Das alles hört sich negativ an, ist auch tatsächlich so von mir gemeint, es ist mein persönlicher, subjektiver Eindruck. Einen Vergleich mit dem z.B. in ähnlicher Stadt- und Hafennähe liegenden SP in Wismar hält dieser Platz in keiner Weise stand. Er hat die Ausstrahlung und das Ambiente eines Großmarktparkplatzes oder eines Wartebereiches für eine Autofähre – und genau das war der Platz auch tatsächlich einmal, am Elbufer steht die Verladeanlage für Fahrzeuge noch. Trotzdem kommt man als Wohnmobilist, der sich Cuxhaven ansehen will nicht an dem Platz vorbei, direkt im Ort gibt es scheinbar nichts anderes. Wer sich die aktuelle Auslastung des Platzes ansehen will: Hier gibt es ein minütlich aktualisiertes Bild einer Webcam.
Und jetzt kommt das positive, die Stadt: Cuxhaven selbst ist eine schöne, interessante Stadt. Bisher haben wir uns nur den Hafen, das Lotsenviertel und die Kugelbake angesehen, das alles machte Lust auf mehr. Leider war aber die Zeit zu knapp um in der eigentlichen City bummeln zu gehen, die komplette Fischmeile abzulaufen oder in das Wrack & Fischereimuseum zu gehen. Auch kulinarisch ist Cuxhaven mehrere Reisen wert, Fischrestaurants gibts da in rauhen Mengen. Allerdings habe ich eine bedauerliche Marktlücke entdeckt: Es gibt kein lokal gebrautes Bier, eine kleine Braustätte scheint vor einigen Jahren eingegangen zu sein.

Insofern ist das Gesamtpaket „Cuxhaven mit WoMo“ also aus unserer Sicht wieder stimmig, das werden wir irgendwann noch einmal machen – inklusive einem Tagesbesuch auf Helgoland, denn eine der Fährlinien fährt in direkter Nachbarschaft zum Stellplatz ab. Und deshalb werden wir dann auch wieder auf der „Platte“ stehen…

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