Hype um einen Honigtopf

In den letzten Wochen hatte dieses kleine, unbedeutende Blog eine Menge Besucher – Grund war ein kleiner Hinweis den ich in den Listing einiger Geocaches untergebracht hatte. Hintergrund dabei war die Tatsache, daß einer der mutmaßlichen Urheber der Mysterie-Datenbank in einer lokalen, geschlossenen Facebookgruppe Mitglied war und dort fleißig mitlas – allerdings entgegen seiner üblichen Gewohnheiten nichts zu dem Hack und der Datenbank kommentierte. Selbst als ich dort den bewussten Hinweis zu der später so genannten „Prangerseite“ veröffentlichte blieb diese Person in Deckung. Allerdings tauchte der Hinweis plötzlich unvollständig zitiert in einem anderen Blog auf und kurze Zeit später schlug bei einem meiner Caches das erste SBA-Log auf. Ein Schelm, wer böses dabei denkt…

Damit verselbstständigte sich die Sache leider in eine unbeabsichtigte Richtung und vor allem in von mir überhaupt nicht erwartete Dimensionen. Was als Honeypot für eine Person gedacht war, war plötzlich Thema in sozialen Netzen, Foren und weiteren Blogs. Dabei war der Tenor in den Äußerungen bis auf Ausnahmen durchweg „Ich will das Spiel spielen wie ich will, der darf meinen Namen nicht veröffentlichen, nicht mal den GC-Nick“. Stimmt, die hatten alle Recht, für mich wäre das zumindest eine Missachtung ihres Rechts auf informationelle Selbstbestimmung. Aber sie haben zwei Dinge übersehen: Erstens hatte ich auf der Seite überhaupt noch keinen Namen genannt – das war auch nie geplant, genau so wenig wie Nachfragen meinerseits oder Notes zu den Foundlogs. Und zweitens hätte es doch jeder in der Hand gehabt, nicht in der Liste aufzutauchen – er hätte das Spiel eben nur fair spielen müssen.
Statt dessen haben sich die vielen Bedenkenträger nun per Realname, GC-Nick oder Sockenpuppe selbst in ein Licht gebracht, in dem sie nie stehen wollten. Der Honeypot hatte also doch gewirkt, nur nicht in der Weise wie ich mir das gedacht hatte.

Da die Sache nun anders als geplant lief (inzwischen waren aus Sicht der Bedenkenträger viele meiner Caches archivierungswürdig), hatte ich in einer Note die Absicht geäußert, die Angelegenheit von einem Reviewer begutachten zu lassen. So wollte ich herausfinden ob die Cache-Owner aus Sicht von Groundspeak eine Möglichkeit haben, den Mißbrauch der geleakten Finalkoordinaten zu verhindern. Auch dabei ich mich getäuscht, ich bekam keine Post von einem Reviewer, sondern von Groundspeak selbst.
In sehr freundlichem Ton wurde ich gebeten den Hinweis herauszunehmen, was ich nach einigen Mails hin- und her auch gerne gemacht habe, er war ja nur Teil des Honeypots. Da Groundspeak mich gebeten hat den gesamten Mailaustausch vertraulich zu behandeln, kann ich leider nicht daraus zitieren. Nur soviel: Ich werde meine existierenden Mysteries und Multis Zug um Zug per Finalverlegung für faire Geocacher wieder spielbar machen, bei einem gehts allerdings nicht, auf den passt aber unser Hofhund aber auf. Weitere Mysteries und Multis werde ich bis auf Weiteres nicht mehr erstellen.

Mein Fazit aus der Angelegenheit: Wenn Groundspeak nicht angemessen reagiert, wird sich Geocaching in der bisher bekannten Form über kurz oder lang von selbst erledigt haben. Die Vielfalt, die den Reiz des Spieles ausmachte wird sich in Eintönigkeit wandeln. Denn die Datenbanken werden weiter gepflegt werden und von den Falschspielern weiter fleißig genutzt werden – und damit wird den Ownern und ehrlichen Geocachern der Spaß genommen. Und ist die Vielfalt erst einmal weg, bleiben nur noch Tradiketten und eventuell einzelne alte Tradis an schönen Orten. Schade drum…

BTW: Dies ist ein moderiertes Blog, will heißen das Kommentare nicht sofort sichtbar sind und von mir einzeln freigegeben werden. Kommentare mit erfundenen Namen lasse ich gerne zu, allerdings sollten sie sachlich sein. Was in den letzten Tagen hier im Spamfilter hängen geblieben ist, geht auf keine Kuhhaut…

Ein Gedanke zu „Hype um einen Honigtopf“

  1. Leider nützt es nichts, seine Caches anzupassen, indem man z.B. die Finals verlegt oder den Lösungsweg verändert. Die „gehackte“ Datenbank ist eine Sache, aber es gibt noch andere. Es existieren „geheime“ Gruppen, die sich untereinander Lösungen weitergeben, ohne das an die große Glocke zu hängen. Die befüllen eigene Datenbanken, zu denen nur ein überschaubarer Personenkreis Zutritt hat – und diese Datenbanken wachsen schnell und konstant. Immer wieder werden dann mal einzelne Daten daraus, oder ganze Queries nach außen getragen und machen dann auch die Runde. Meine Caches waren in der „Facebook-DB“ nicht enthalten, sind aber in mindestens zwei anderen Datenbanken drin (von denen ich weiß, Dunkelziffer unbekannt). Wie einer an die Final-Koords kommt, ist mir egal. Wer die Caches ordentlich löst, hat den Sinn des Spiels verstanden. Alle anderen bescheißen sich nur selber…

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