Republik Freies Wendland

Für rund 4 Wochen bestand in Lüchow-Dannenberg einmal ein Zwergstaat: Die Republik Freies Wendland.

Hintergrund dieser „Staatsgründung“ waren die seit 1977 fortschreitenden Vorbereitungen zur Errichtung eines Nationalen Entsorgungszentrums für radioaktive Abfälle auf einem Gebiet, welches fünf Jahre zuvor durch einen verheerenden Waldbrand zu einem großen Teil in eine Wüste verwandelt worden war. Einer der Höhepunkte der damaligen Auseinandersetzungen zwischen Ordnungskräften und Atomkraftgegnern war die Besetzung der geplanten Tiefbohrstelle „Gorleben 1004“ durch ca. 5000 Atomkraftgegner am 3.Mai 1980. In den folgenden Tagen wurde dort ein Hüttendorf gebaut und auf dem Gelände ein eigener Staat proklamiert. Pässe wurden ausgegeben, Grenzmarkierungen errichtet und ein UKW-Sender in Betrieb genommen. Gut vier Wochen später, am 4. Juni 1980 wurde das Gelände von Ordnungskräften aus Polizei und Bundesgrenzschutz geräumt. Weitere Informationen und Hintergründe dazu gibts hier und hier.

Wenn man die Bilder aus dem zweiten Link mit der heutigen Situation dort vergleicht kann man kaum glauben daß es sich um den gleichen Ort handelt. Heute ist dies einerseits eine schöne Wald- und Heidelandschaft die keinen Vergleich zu den Postkartenmotiven aus der Lüneburger Heide scheuen muß, andererseits befindet sich dort eine in den Wald gestanzte Asphaltplatte mit zwei Bohrlöchern, die mühsam von der Natur zurückerobert wird. Von dem Hüttendorf und seinen engagierten Bewohnern ist keine Spur mehr zu entdecken.

Die meisten meiner Caches beschäftigen sich mit der Geschichte des Wendlands. Auch die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg und ihr ‚Widerstand‘, wie die Mitglieder trotzig ihre teilweise spektakulären Aktionen nennen sind Teil dieser Geschichte. Das Hüttendorf und die Republik Freies Wendland sind Symbole dieser Zeit vor bald 30 Jahren – und darum dieser Cache.

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Der Fall Kugelbake

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Die Elbe bei Gorleben war für mich schon immer ein Ort der Ruhe. Wenn man in den Buhnenfeldern sitzt nimmt man nur wenig wahr: leises Plätschern des Wassers, Vogelzwitschern, springende Fische und ab und zu mal ein Sportboot oder Binnenschiff. Das hat sich seit der Wende, davor verlief hier die innerdeutsche Grenze, auch nicht sehr verändert – auf dem Deich ‚drüben‘ sind jetzt eben Fahrradfahrer statt Vopos unterwegs.

1966 gab es hier aber einmal einen Vorfall der so hohe Wellen schlug daß selbst der ‚Spiegel‘ einen ganzseitigen Artikel veröffentlichte – der Fall „Kugelbake“ bzw. die „Schlacht vor Gorleben“:
Am 18.10.1966 lieferten sich Boote der DDR-Grenztruppen und Boote vom BRD-Zoll bzw. -Bundesgrenzschutz auf der Elbe bei Stromkilometer 492 beinahe eine innerdeutsche ‚Seeschlacht‘. Nur die Anwesenheit von britischen Besatzungstruppen auf dem westlichen Ufer verhinderte wahrscheinlich schlimmeres. An diesem Tag eskalierten die Meinungsverschiedenheiten um den Grenzverlauf zwischen den beiden deutschen Staaten. Anlass war das westliche Peilschiff „Kugelbake“, das bei seiner Arbeit durch die DDR-Grenztruppen massiv behindert wurde.
Schon vorher hatte es Vorfälle gegeben – z.B. wurde die Kugelbake bei einem anderen Einsatz beschossen, Zollboote abgedrängt und Binnenschiffer wurden behindert. Weitere Details dazu kann man in den beiden unten verlinkten Artikeln nachlesen.

Quellen und Links:
SpiegelOnline
Stader Tageblatt

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Kleinbahnrelikte


Im Süden des Wendlands wurde 1910 die Kleinbahn Lüchow–Schmarsau GmbH gegründet. Von der Eröffnung am 15. Dezember 1911 bis zur Einstellung des Personenverkehrs am 31. März 1969 fuhr die Bahn mit Dampfloks, später mit Triebwagen zwischen Lüchow und Schmarsau. Dazwischen wurden weitere acht Halte bedient.

Diese Bilder habe ich Ende März 2008 auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs Lüchow-Süd aufgenommen. Hauptaugenmerk lag dabei auf der Suche und der Dokumentation erhaltener bahntechnischer Einrichtungen.

Weitere Infos zu der Kleinbahn: hier und da.