Gartow 1 – die Sprengung in Bildern

Eintausend Zuschauer wurden zu dem Spektakel erwartet – dreitausend sind es laut der EJZ geworden. Sicherlich hat das gute Wetter dazu beigetragen daß so viele Leute kamen. Volksfestatmosphäre bei einem eigentlich traurigen Ereignis, schließlich sollte ein Wahrzeichen zerstört werden.

Als kurz vor 12:00 Uhr das Horn des Sprengmeisters zum ersten Mal ertönte wurde es still. Nach der zweiten Warnung per Horn knallte es denn, lauter als man sich die Detonation von nur 3 Kilo Sprengstoff als Laie vorstellt. Im ersten Moment passierte fast nichts, nur die Pardunen hingen etwas durch. Dann neigte sich der Mast ganz langsam während die durchgetrennten Pardunen gegen den Mast schlugen. Mit lautem Knallen und Knirschen von nachgebenden Schrauben und Streben knickte die Konstruktion immer weiter um bis sie sich dann mit einem dumpfen Rumpeln auf das Feld legte. Kurz vorher war ein grelles Pfeifen von der durch die Luft schneidenden Turmspitze zu hören.

Nach einer Stunde wurden die Reste des Turms freigegeben. Diese Bilder sind allerdings etwas später nach dem Massenandrang entstanden. Bei den verdrehten und geknickten massiven Stahlträgern ist erkennbar was für gewaltige Kräfte hier gewirkt haben.


Zum Video der Sprengung geht es hier.

Sprengung des Funkturms Gartow 1 auf dem Höhbeck

Vor einiger Zeit hatte ich ja schon einmal einen kleinen Artikel zum geplanten Ende des Sendemastes geschrieben. Heute Punkt 12:00 Uhr war es denn so weit:


Der Knall der Sprengung ging ja noch – unheimlich war das Knirschen und Knacken der Stahlgitterkonstruktion während sie umfiel, es erinnerte irgendwie an brechende Knochen. Der Aufschlag war denn doch sanfter als ich dachte, der Boden zitterte kein bisschen.

Für die vielen Bilder die wir gemacht haben gibts in den nächsten Tagen einen weiteren Artikel.

Sender Höhbeck

Seit über 30 Jahren gehören die beiden Stahlgittermasten der Funkübertragungsstelle Gartow 1/2 zum vertrauten Bild des Höhbecks. Ein Blick zum Berg und je nach dem wieviel man von den beiden rot-weißen Spargeln sieht weiß man ob es klar oder diesig ist und wie tief die Wolken hängen.

Eigentlich sind diese beiden hohen Bauwerke ein Relikt aus dem kalten Krieg: Der kleinere Mast Gartow 1 wurde 1963 gebaut um Telefonverbindungen per Funk nach Berlin zu realisieren und um Radio- und Fernsehprogramme auszustrahlen. Zur Sicherstellung der TV-Versorgung Lüchow-Dannenbergs wäre allerdings sicherlich kein rund 320m hoher Mast direkt an der DDR-Grenze nötig gewesen, man wollte wohl eher so weit wie möglich die DDR abdecken… Und der Mast Gartow 2 wurde sieben Jahre später errichtet um weitere Richtfunkverbindungen nach Berlin-Frohnau nach West-Berlin zu realisieren, die Kapazitäten von Gartow 1 waren schnell ausgeschöpft. Nachdem in 2007 der letzte TV-Sender abgeschaltet wurde sind die beiden Masten nun arbeitslos geworden – Gartow 2 dient noch als große Windmeßanlage und Amateurfunker haben da wohl auch noch einige Relais drauf, Gartow 1 ist inzwischen leer.

Mit dem ersten Mast (Gartow 1) soll es deshalb nun bald vorbei sein – nach einem Artikel in der EJZ sollte der Mast eigentlich am 31.12.08 um 24:00 Uhr per Sprengung demontiert werden. Wegen Asbestproblemen ist dieser Termin erst einmal verschoben worden, genaueres ist z.Zt. nicht bekannt. Laut der aktuellen Gerüchteküche soll der Mast durch kappen der östlichen Pardunen in ganzer Länge nach Westen umfallen, über die Straße zur Schwedenschanze hinweg. Schauen wir mal – egal wie das Ding heruntergeholt wird, da will ich dabei sein…