Draisinenrennen Bleckede

Ich wollte schon immer einmal zu den Draisinenrennen in Bleckede, dieses Jahr sollte es am 12. September wieder stattfinden. Weil ich das als Otto Normalzuschauer in den letzten Jahren aber nicht hinbekam dort einmal hinzufahren habe ich in diesem Jahr meinen Gorlebener Mitcachern DrMotzi, Dirk und Grulle vorgeschlagen dort einmal mit einer eigenen Mannschaft aufzutreten. Eine Damenmannschaft hatte sich dann auch noch schnell gefunden, Mannschaftsnamen ausgedacht („Dosensucher Gorleben“, „Crazy Chicks“) und passend bedruckte T-Shirts wurden auch noch bestellt.
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Los ging es am 12. morgens mit einem gemeinsamen Frühstück, danach wurden dann die beiden bestellten Großraumtaxis geentert. Schließlich wollten wir ja nur ein wenig Spaß haben – die Hinfahrt gestaltete sich dann auch dementsprechend lustig.  Bei den Trainingsläufen wurde ein wenig Gas gegeben, Hauptsache man ist dabei…

Als wir aber nach dem ersten Lauf merkten daß wir, untrainiert wie wir waren, in beiden Klassen ganz vorne mit dabei waren kam denn doch der Ehrgeiz durch – Ergebnis: Herren und Damen jeweils Sieger, zusätzlich holten die Herren den Bahnrekord! Und nebenbei gabs für die Damen beim Draisinenschubsen noch den 2. und 3. Platz.

Vielen Dank an das Organisationsteam von der IG Draisine Bleckede, auch die Afterraceparty hat richtig Spaß gebracht! Nächstes Jahr treten wir wieder an – aber mit mehr Schlachtenbummlern für noch mehr Stimmung. Und mal sehen ob wir die Titel verteidigen können, wir kommen vorher auch mal zum trainieren vorbei…

Cachen im Lemgow

Das schöne am Cachen ist ja auch daß es immer wieder Überraschungen gibt. Nun hatten wir (bis auf besondere Ausnahmen) alle Caches in unserer unmittelbaren Umgebung abgehakt, da taucht eine umfangreiche Multiserie in der Nähe auf. Schöne kleine Multis die die Vergangenheit der Dörfer zum Thema haben. War eine schöne Tour mit dem gewünschten Geocaching-Effekt – den Lemgow kannte ich bisher nur vom durchfahren, bei neun von dreizehn waren wir sogar die Ersten…

Fazit: Empfehlenswert, endlich mal keine in die Gegend geworfene Dosen „zur Erhöhung der Cachedichte“ sondern Caches mit Bezug zur Gegend und Geschichte!

Garmin Colorado 300, Nachtrag

Am 15.1. schrieb ich hier: ‚Das einzige was bisher nicht so klappt wie erwartet ist die Darstellung von Openstreetmap-Karten – in einer Kachel werden die Straßen nicht korrekt dargestellt. Das kann aber auch ein Fehler beim rendern der Karten sein, da bin ich noch am tüfteln.‘ und daß ich weiter berichten würde.

Das war wohl tatsächlich ein Problem der damals aktuellen OSM-Daten – nachdem ich neuere Karten draufkopiert habe tritt das Phänomen nicht mehr auf, also alles in Butter.

Garmin Colorado 300

coloradoBisher hatte ich zum cachen Beeline-GPS auf einem MDA Vario 2 mit per Bluetooth angebundener GPS-Maus verwendet was immer ein wenig umständlich war: Die Maus in der einen Hand, in der anderen das Handy… Nachdem ich von meiner Firma nun den Nachfolger MDA Vario 4 bekommen habe hoffte ich auf die externe GPS-Maus verzichten zu können, schließlich hat das schicke Handy ja einen eigenen GPS-Empfänger eingebaut. Aber Pustekuchen – Beeline-GPS kann bei dem eingebautem Empfänger den Static-Navigation Modus nicht abschalten. Das führt dazu das Positionsupdates bei langsamer Bewegung in Schrittgeschwindigkeit nur in großen Abständen durchgeführt werden. Für die Autonavigation ist das sicherlich ideal, so hüpft die Karte beim warten vor einer roten Ampel nicht herum. Für Geocaching ist das aber schlicht Mist, schließlich will man sich ja auch meterweise an die Zielkoordinate heranbewegen können.

Aus Frust darüber hab ich angefangen mich mit dem Angebot von Garmin auseinander zu setzen. Ein Garmin sollte es sein weil die Geräte bei GC.com direkt von der Cacheseite programmiert werden können. Externer Speicher, topographische Karten und ein möglichst großes Display wollte ich auch gerne haben – damit blieben eigentlich nur der Gpsmap 60csx und die Colorados bzw. Oregons übrig. Letztendlich entschloß ich mich zum Kauf eines Colorado 300 bei diesem Laden – und wurde nicht enttäuscht: Superschneller Versand und sehr gute Informationen über den Status der Bestellung. Nach drei Tagen hatte ich das Paket einen Tag vor Weihnachten in den Händen… (Nein, ich habe keinerlei weitere Beziehungen zu dem Laden! Aber guter Service muß auch mal gelobt werden…)

Bisheriges Fazit zu dem Colorado: Einfach gut – ausgepackt, Batterien rein, eingeschaltet und trotz der komplexen Möglichkeiten des Gerätes sofort damit zurecht gekommen.

Man liest ja einige negative Dinge von dem Colorado:

  • Hoher Batterieverbrauch – kann ich nicht bestätigen, mit 2000er Eneloops habe bisher einmal wechseln müssen. Gefühlsmäßig erreichte er 12-14 Stunden mit den neuen Akkus, also nicht so schlecht.
  • Schlechter Empfang – kann ich auch nicht bestätigen. Ist zwar langsamer als der MDA, aber der holt sich die Satellitenpositionen aus dem Internet. Und wenn der Colorado erst einmal einen Fix hat verliert er den auch nicht unter schlechteren Bedingungen.
  • Betriebsanleitung fehlt – die ausführliche Betriebsanleitung ist nur auf CD vorhanden, aus meiner Sicht wäre ein gedrucktes Exemplar aber Papierverschwendung – erstens passt die Anleitung sowieso nicht zur installierten ROM-Version und zweitens sollte jeder, der sich so ein Gerät kauft schon vorher die Anleitung online besorgt haben um mal zu schmökern was das Ding denn so alles kann.
  • Das einzige was bisher nicht so klappt wie erwartet ist die Darstellung von Openstreetmap-Karten – in einer Kachel werden die Straßen nicht korrekt dargestellt. Das kann aber auch ein Fehler beim rendern der Karten sein, da bin ich noch am tüfteln.

Ich werde weiter berichten…

Die Schwarzcacherin…

…war das nächste „Trackable Item“ daß wir an uns nahmen: Ein Travelslug, sozusagen die Lowcost-Variante der Travelbugs. Gefunden in Rosche: Les Trois Chenes, der älteste Cache den wir bisher fanden. Leider vergass ich das Teil zu fotografieren, was besonders schade war weil die Schwarzcacherin da drauf per „Fahndungsfoto“ verewigt war. Die Dame flog mit uns über den großen Teich und wurde dort wieder ausgesetzt.

  • Found: 29.06.08
  • Dropped: 20.07.08
  • Distanz: 6654km

All in one Geocoin

all_in_one_2007Die erste Geocoin All in one Geocoin die wir an uns nahmen lag in dem besten Cache den wir bisher gemacht hatten: Final Departure.

Ein Cache den wir sage und schreibe vier Mal angefahren sind weil er uns einfach fesselte. Nicht, weil wir unbedingt die Ersten sein wollten (naja, ein klein wenig doch wegen des Meteoritensplitters…) sondern weil dies der erste Multi war, der nicht nur aus „Dosen mit Hinweisen suchen“ bestand. Daß sich am Ende mit des Owners Hilfe herausstellte daß wir mehrere Male förmlich auf der Dose gesessen hatten machte überhaupt nix…

Ausgesetzt haben wir die Coin während unserer USA-Reise im Leg Strecher Westbound

  • Found: 20.06.08
  • Dropped: 22.07.08
  • Distanz: 6653.5km

Geocaching – was mich am Dosen suchen reizt

So ganz genau wie es losging weiß ich nicht mehr:
Irgendwann fand ich in einem Artikel über die abgeschaltete Ungenauigkeit der GPS-Daten einen Link zu geocaching.com – und stellte fest daß in unmittelbarer Nähe bereits eine Dose versteckt wurde. Also rauf aufs Fahrrad und hin zu der Brücke. So fand ich meinen ersten Cache, noch ganz ohne Elektronik. Den GPS-Empfänger kaufte ich wenig später hauptsächlich für unser altes Motorboot. In den Kanälen MeckPomms gibts verschiedene Geschwindigkeitsbegrenzungen die von der Polizei auch streng überwacht werden. Um denen nicht in die Hände zu fallen kaufte ich einen Alan GPS 500, damals das einzige erschwingliche wasserdichte Gerät. „Geocaching – was mich am Dosen suchen reizt“ weiterlesen

Republik Freies Wendland

Für rund 4 Wochen bestand in Lüchow-Dannenberg einmal ein Zwergstaat: Die Republik Freies Wendland.

Hintergrund dieser „Staatsgründung“ waren die seit 1977 fortschreitenden Vorbereitungen zur Errichtung eines Nationalen Entsorgungszentrums für radioaktive Abfälle auf einem Gebiet, welches fünf Jahre zuvor durch einen verheerenden Waldbrand zu einem großen Teil in eine Wüste verwandelt worden war. Einer der Höhepunkte der damaligen Auseinandersetzungen zwischen Ordnungskräften und Atomkraftgegnern war die Besetzung der geplanten Tiefbohrstelle „Gorleben 1004“ durch ca. 5000 Atomkraftgegner am 3.Mai 1980. In den folgenden Tagen wurde dort ein Hüttendorf gebaut und auf dem Gelände ein eigener Staat proklamiert. Pässe wurden ausgegeben, Grenzmarkierungen errichtet und ein UKW-Sender in Betrieb genommen. Gut vier Wochen später, am 4. Juni 1980 wurde das Gelände von Ordnungskräften aus Polizei und Bundesgrenzschutz geräumt. Weitere Informationen und Hintergründe dazu gibts hier und hier.

Wenn man die Bilder aus dem zweiten Link mit der heutigen Situation dort vergleicht kann man kaum glauben daß es sich um den gleichen Ort handelt. Heute ist dies einerseits eine schöne Wald- und Heidelandschaft die keinen Vergleich zu den Postkartenmotiven aus der Lüneburger Heide scheuen muß, andererseits befindet sich dort eine in den Wald gestanzte Asphaltplatte mit zwei Bohrlöchern, die mühsam von der Natur zurückerobert wird. Von dem Hüttendorf und seinen engagierten Bewohnern ist keine Spur mehr zu entdecken.

Die meisten meiner Caches beschäftigen sich mit der Geschichte des Wendlands. Auch die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg und ihr ‚Widerstand‘, wie die Mitglieder trotzig ihre teilweise spektakulären Aktionen nennen sind Teil dieser Geschichte. Das Hüttendorf und die Republik Freies Wendland sind Symbole dieser Zeit vor bald 30 Jahren – und darum dieser Cache.

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Der Fall Kugelbake

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Die Elbe bei Gorleben war für mich schon immer ein Ort der Ruhe. Wenn man in den Buhnenfeldern sitzt nimmt man nur wenig wahr: leises Plätschern des Wassers, Vogelzwitschern, springende Fische und ab und zu mal ein Sportboot oder Binnenschiff. Das hat sich seit der Wende, davor verlief hier die innerdeutsche Grenze, auch nicht sehr verändert – auf dem Deich ‚drüben‘ sind jetzt eben Fahrradfahrer statt Vopos unterwegs.

1966 gab es hier aber einmal einen Vorfall der so hohe Wellen schlug daß selbst der ‚Spiegel‘ einen ganzseitigen Artikel veröffentlichte – der Fall „Kugelbake“ bzw. die „Schlacht vor Gorleben“:
Am 18.10.1966 lieferten sich Boote der DDR-Grenztruppen und Boote vom BRD-Zoll bzw. -Bundesgrenzschutz auf der Elbe bei Stromkilometer 492 beinahe eine innerdeutsche ‚Seeschlacht‘. Nur die Anwesenheit von britischen Besatzungstruppen auf dem westlichen Ufer verhinderte wahrscheinlich schlimmeres. An diesem Tag eskalierten die Meinungsverschiedenheiten um den Grenzverlauf zwischen den beiden deutschen Staaten. Anlass war das westliche Peilschiff „Kugelbake“, das bei seiner Arbeit durch die DDR-Grenztruppen massiv behindert wurde.
Schon vorher hatte es Vorfälle gegeben – z.B. wurde die Kugelbake bei einem anderen Einsatz beschossen, Zollboote abgedrängt und Binnenschiffer wurden behindert. Weitere Details dazu kann man in den beiden unten verlinkten Artikeln nachlesen.

Quellen und Links:
SpiegelOnline
Stader Tageblatt (Archiv nicht mehr verfügbar)

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