Vom Italiener zum Franzosen…

Vier Jahre lang hat uns unser bisheriges Wohnmobil Ole von dem italienischen Hersteller SEA bzw. OrangeCamp/Brinkmann in Braunschweig problemlos und ohne Mucken immer dort hin gebracht wo wir hin wollten. Mit der Zeit steigen aber die Ansprüche, und so kamen wir immer öfter in Konflikt mit der geringen Zuladung. Außerdem hatte der Wagen mit 100PS etwas wenig Durchzug an Steigungen, und das per Leiter in die Betten klettern war nun langsam auch lästig. Eine Auflastung von 3,5 auf 3,85 Tonnen wäre nur mit viel Aufwand möglich gewesen, wir hätten uns mit Chiptuning vielleicht auch etwas mehr Dampf verschaffen können – den Grundriss des Wohnmobils hätten wir aber nicht ändern können.
Deshalb fingen wir nach unserer diesjährigen Schwedenreise an, uns nach etwas anderem umzusehen. Mehr Zuladung, mehr Leistung und mehr Platz waren die wichtigsten Punkte auf unserer Wunschliste, dazu noch eine Auflastungsfähigkeit über 3,5t hinaus, ein Raumbad (Bad und Toilette jeweils links und rechts auf den Fahrzeugseiten und per Tür vom Rest abtrennbar), einen Gasbackofen und eine Anhängerkupplung. Auf der Herbstmesse bei Albrecht in Winsen, wo wir vor vier Jahren den OrangeCamp kauften, gabs zwar einige Fahrzeuge die uns gefielen und im finanziell erreichbaren Rahmen lagen, allerdings fehlte uns immer irgendwas. Deswegen sprang der Funke bei keinem Mobil über wie vor vier Jahren. Also weiter suchen…
Bei einem anderen Händler in Glinde fanden wir dann einen Integrierten von dem französischen Hersteller Pilote, das 2013/14er Modell G740 LGJ. Mit noch unter 7,5m, 4,5 Tonnen zulässigen Gesamtgewicht, 150PS und automatisch geschaltetem Getriebe sowie dem Wunschgrundriss genau das was wir suchten. Nachdem der Händler uns für den OrangeCamp ein sehr gutes, überraschend hohes Einkaufsangebot machte und die Probefahrt auch positive Eindrücke hinterließ griffen wir zu, der Preis für den Pilote war angesichts der Ausstattung und im Vergleich zum übrigen Gebrauchtmarkt fast ein Schnäppchen.
Die Auflastung auf 4,5t wurde vom Vorbesitzer nach 6000km mit einer Goldschmitt-Luftfederung an der Hinterachse und verstärkten Goldschmitt-Federn in den Vorderachs-Federbeinen durchgeführt. Dazu hat der Wagen damals auch noch eine Anhängerkupplung bekommen mit der 2,5t gezogen werden dürfen.
Innen ist die Aufteilung mit den einzelnen Längsbetten exakt so wie wir es auch bestellt hätten, selbst das Kreuzchen beim Gasbackofen hatte der einzige Vorbesitzer für uns beim Kauf schon gemacht.
Alles in allem merkt man nach einiger Zeit, dass der Aufbau mit höherwertigeren Komponenten gebaut worden ist und auf Wohnqualität Wert gelegt wurde. Die 6kw leistendende Truma-Heizung heizt den Aufbau per Gas oder elektrisch, dabei wird auch der Doppelboden mit Warmluft geflutet und wirkt dann wie eine Fußbodenheizung, in der Küche gibts eine Dunstabzugshaube die auch wirklich effektiv absaugt, die Matratzen sind fühlbar keine einfachen Schaumstoffblöcke und die Bad-/Duscharmaturen sind schwerere Qualität.
Beim fahren merkt man sofort, daß das aufgelastete Fiat Heavy-Fahrwerk mit breiterer Spur nicht an seiner Belastungsgrenze betrieben wird, der Pilote ist wesentlich weniger windempfindlich und wankt in Kurven auch nicht so stark wie der OrangeCamp mit seinem Leichtfahrwerk. Außerdem gibts aus dem hinteren Fahrwerksbereich keine knarrenden oder polternden Geräusche mehr.
Das robotisierte 6-Gang-Getriebe schaltet tatsächlich immer dann hoch wenn ich es auch tun würde, daß es beim stärkeren verzögern auch fleißig runterschaltet und mit dem Motor mitbremst finde ich nicht ganz so gut – Bremsbeläge sind schließlich schneller gewechselt wie Kupplungsbeläge. Mag aber sein daß sich die Fiat-Ingenieure dabei was gedacht haben.

Insgesamt haben wir das Gefühl uns mit diesem Auto wesentlich verbessert zu haben. Zu optimieren gibts immer noch genug – in die Garage muß wieder ein Fahrradhalter für unsere E-Bikes, ich vermisse einen Batteriemonitor für die Aufbau-Akkus und außerdem fehlen einige Steckdosen für 220 und 12 Volt, aber das werde ich wie beim Vorgänger nach und nach wieder zurüsten…

Schweden 2019, Übersicht aller Beiträge und Zusammenfassung

Warum schreibe ich das alles hier eigentlich?
Ganz einfach: In erster Linie für mich selbst, als undatiertes Reisetagebuch und Gedankenstütze. Schon bei dieser 2019er Reise haben wir uns an manchen Orten gefragt ob wir eventuell 2017 schon einmal dort waren – mit einem Blick hier ins Blog konnten wir uns das dann selbst beantworten.
Davon abgesehen sind die hier aufgeschriebenen Infos aber eventuell auch für andere Schwedenreisende zur Planung interessant, deswegen gebe ich mir Mühe, die Beiträge in eine ortographische Form zu bringen bei der meine selige Deutschlehrerin sich nicht im Grab umdrehen muß, und schalte die Beiträge hier im Blog öffentlich (privat und nur nach Login sichtbar ginge z.B. auch) – kann ja sein daß der eine oder andere mit den Beiträgen zu den Stellplätzen und ihrer Umgebung etwas anfangen kann…

Dies ist eine interaktive Karte in der unsere gesamte Route dieser Schwedenreise zu sehen ist. Die Karte ist zoom- und verschiebbar und zeigt die aufgezeichneten GPS-Daten aus unserem Garmin-Navi. Die Nadeln stellen die einzelnen Stationen dar, in dem Popup der Nadeln gibts den Link zu dem entsprechende Blogbeitrag:

Da die interaktive Karte zur Navigation am Handy eventuell etwas zu fummlig sein dürfte habe ich die Schweden2019-Beiträge hier auch noch einmal in chronologische Reihenfolge gebracht. Die Beiträge sollten sich auch alle in einem eigenen Browser-Tab öffnen, so kann man schnell wieder zurück in diese Liste kommen:

  1. Rostock – Trelleborg – Stellplatz Marina Ystad
  2. Ystad – Kristianstad, Stellplatz am Naturum Vattenriket
  3. Kristianstad – Ronnebyhamn, Ställplats Östra Piren
  4. Ronnebyhamn – Grönhögen auf Öland, Ställplats Marina Grönhögen
  5. Grönhögen – Nabbelunds Hamn Ställplats
  6. Apps zur Stellplatzsuche und Mobilfunk in Schweden
  7. Nabbelund – Böda Hamn
  8. Böda – Timmernabbens Ställplats
  9. Timmernabben – Bergs Slussar
  10. Bergs Slussar – Strängnäs, Stellplatz im Gasthafen
  11. Strängnäs – Rättvik, Tågstallarna
  12. Rättvik – Hedarfjorden Syd
  13. Hedarfjorden – Johannisholm, Steiners Camping & Lodge
  14. Johannisholm – Asphyttans Slussar
  15. Asphyttan – Håverud Camping
  16. Håverud – Trollhättan, Husbil ställplats
  17. Trollhättan – Ställplats Skeda Strand
  18. Skeda – Orrefors Camping
  19. Orrefors – Trelleborgs Turist Parkering

Bleibt nur noch mein persönliches Fazit:
Schweden ist ein faszinierendes Urlaubsland in dem oft der Weg das Ziel ist, man aber auch gerne einmal etwas länger an einem Ort bleibt weil man erst bei genauerem Hinsehen interessante Details findet. Wenn es nach mir und nicht meinem Arbeitgeber ginge, und das Wetter stabil geblieben wäre, hätten wir gerne noch zwei, drei Wochen anhängen können. Aktuell (Ende September) schneite es aber schon nördlich von Stockholm, und viele Stell- und Campingplätze haben inzwischen geschlossen.
So bleibt nur die Vorfreude auf den nächsten Urlaub in Schweden, neue Ziele haben wir nun ja schon in Petto.

Orrefors – Trelleborgs Turist Parkering

Da unsere Fähre früh am nächsten Morgen abfuhr haben wir in Trelleborg übernachtet, dazu eignet sich dieser bei Fährpassagieren sehr beliebte Stellplatz westlich der Fährterminals. Zu Fuß kann man von hier auch noch einmal bei ICA einkaufen. Bei der Anfahrt hierher haben wir östlich Trelleborgs, etwas weiter ausserhalb einige weitere Stellplätze gesehen, die werden wir wohl bei kommenden Reisen einmal ausprobieren…

Hier gehts zu allen Beiträgen dieser Schwedenreise: Klick

Skeda – Orrefors Camping

Schon in 2017 haben wir diesen schönen Campingplatz  zum Anfang unserer ersten Schwedenreise besucht und hier beschrieben. Nun ging unser 2019er Urlaub an dieser Stelle seinem Ende entgegen.
Dem damals geschriebenen ist nichts hinzuzufügen, auch wenn der Platz in der letzten Öffnungswoche des Jahres nur noch auf Sparflamme lief und Romy der Stress der vergangenen Saison anzusehen war, haben haben wir uns wieder sehr wohl gefühlt. Beim Gassi gehen fanden wir sogar noch unsere einzigen schwedischen Pfifferlinge…

Hier gehts zu allen Beiträgen dieser Schwedenreise: Klick

 

Trollhättan – Ställplats Skeda Strand

Dieser Stellplatz in Skeda ist ein schönes Beispiel, wie einfach und unkompliziert sich ein Wohnmobilstellplatz in Schweden anlegen lässt: Eine kleine Hütte als „Touri-Info“, drei/vier Parkbereiche mit Stromverteilern, Wasserhahn und Feuerstelle, eine Do-It-Yourself-Grauwasser- und Chemiekloentsorgung, das ganze per unbefestigten Wegen mit der Außenwelt verbunden, und fertig ist das Idyll.
Bezahlen kann man auch per Paypal, nichts sieht aus als wenn es irgendeine Norm, Vorschrift oder Bestimmung erfüllen muß, dafür erfüllt aber alles zu einhundert Prozent seinen Zweck.

Auf den Parkbereichen am See bekommt man irgendwann Besuch von weidenden Schafen und der Landwirt lässt zum Feierabend einfach seinen Trecker samt Heuwender mit offener Tür einfach auf dem Acker stehen und geht nach Hause – schwedisches Landleben zum neidisch werden…

Hier gehts zu allen Beiträgen dieser Schwedenreise: Klick

Håverud – Trollhättan, Husbil ställplats

Ungewollt hatte sich unser Urlaub bis hierher eher zu einer Kanal-Besichtigungstour entwickelt, da war es nun nur konsequent daß wir in Trollhättan auch wieder in der Nähe des Kanals standen – allerdings gibts in der Stadt auch wenig Auswahl, entweder steht man bei einem Golfplatz, oder man steht wir wir auf dem Stellplatz an der großen Schleusenanlage des Trollhättan-Kanals. Dieser Stellplatz war aber auch wieder ein Glücksgriff:

„Håverud – Trollhättan, Husbil ställplats“ weiterlesen

Asphyttan – Håverud Camping

 

Auf den Ort Håverud und die alte Provinz Dalsland sind wir durch eine Sendung des NDR gekommen. Im Juli 2019 lief dieser 90min-Film (Link führt zum Video auf der Webseite der Produktionsfirma, hoffentlich wird er nicht gelöscht…) auf N3, in dem unter anderem auch die Durchfahrt eines alten Ausflugsdampfers durch diese eindrucksvolle Anlage gezeigt wurde. „Asphyttan – Håverud Camping“ weiterlesen

Johannisholm – Asphyttans Slussar

Von Johannisholm ging es am nächsten Tag zuerst weiter nach Filipstad, dort gibt es einen zentral gelegenen Stellplatz im Gasthafen. Der war an dem Tag aber wegen vieler gesperrter Strassen aber nicht zu erreichen, in der Innenstadt wurde ein großes Fest vorbereitet. Dieses Mal hatte ich aber Alternativen parat, etwas weiter südlich gibts einen Freistehplatz an einer Brücke über das Flüßchen Prästbäcken – hier war der einzige Platz aber bereits belegt. „Johannisholm – Asphyttans Slussar“ weiterlesen

Hedarfjorden – Johannisholm, Steiners Camping & Lodge

Ab Hedarfjorden begannen unsere Rückweg-Etappen, heutiges Tagesziel war ein Campingplatz auf der Insel Sollerön im See Siljan. Mit Campingplätzen hatten wir aber in diesem Urlaub irgendwie Pech – auf diesem sehr gepflegten und offenbar perfekt durchorganisierten Platz fühlten wir beide uns zu sehr an unseren langjährigen Campingplatz in Lindaunis erinnert. Also war auch hier wieder weiterfahren angesagt, in Richtung Südwest bis sich was passendes findet. In Johannisholm fanden wir dann einen Platz: Steiners Camping & Lodge, der erste Campingplatz bei dem es passte…
An der Anmeldung wurden wir sehr freundlich in deutsch begrüsst, die Betreiber kommen aus der Schweiz. Der Platz liegt zwar etwas dicht an der E45 mit viel LKW-Verkehr, zur einmaligen Übernachtung war er für uns genau das richtige. An diesem Tag hatten wir in diesem Urlaub auch das erste Mal tagsüber Regen. Am nächsten Morgen schien über dem Nebel auf dem See aber schon wieder die Sonne…

Hier gehts zu allen Beiträgen dieser Schwedenreise: Klick

Rättvik – Hedarfjorden Syd

Eigentliches Ziel für diese Etappe war der Campingplatz in Älvdalen, laut Webseite ist der Platz das ganze Jahr geöffnet. Das stimmt auch tatsächlich, allerdings steht an ganz anderer Stelle auf der Webseite, dass die Rezeption ab 25.8. nur noch Donnerstags bis Sonntags geöffnet hat – und das hatte ich natürlich nicht gelesen, so standen wir an einem Mittwoch vor geschlossener Schranke und unbesetzter Rezeption. Schade drum, die Gegend um Älvdalen hätten wir uns gerne angesehen, dort soll es viele Wanderwege zu großen Wasserfällen und schönen Aussichtspunkten geben. Eine Alternative hatten wir auch nicht eingeplant. „Rättvik – Hedarfjorden Syd“ weiterlesen