EJZ – eine Zeitung ignoriert das Web…

Jetzt ist das neue Onlineangebot der Elbe-Jeetzel-Zeitung fast vierzehn Tage online. So langsam kann man also davon ausgehen daß das, was da auf dem Bildschirm erscheint wirklich ernst gemeint ist. Ich frage mich wirklich was sich die Leute da in der Redaktion eigentlich geplant haben als sie beschlossen den Internetauftritt ihrer Zeitung neu zu gestalten.

  • Sollte es übersichtlicher werden? Naja, das Archiv findet man z.B. nicht unter EJZ Service wo man es vermuten würde. Und so recht umfangreich ist das Archiv auch nicht, Ausgaben vor dem Jahr 2000 scheinen nicht archiviert zu sein. Dabei meine ich auch ältere Ausgaben im Archiv der alten Internetseite gefunden zu haben…
  • Sollte es aktueller werden? Früher bekam man nur Artikel aus der aktuellen Ausgabe der Zeitung angezeigt, heute sieht man aktuelle und ältere Artikel. Ohne Datumsangabe in den Kopfzeilen der Artikel ist es unmöglich die Übersicht zu bekommen.
  • Moderner sollte es wohl auch nicht werden – das Gästebuch wurde ersatzlos gestrichen. Es wurde gerne genutzt um Grüße aus der Ferne zu senden, man konnte an den Einträgen erkennen daß die EJZ Onlineleser in der ganzen Welt hat.
  • Aber scheinbar ist es den Redakteuren der EJZ unheimlich wenn sich ihre Leser online äußern, denn die einzige neue Möglichkeit seine Meinung zu artikulieren – die Kommentarfunktion bei der neuen Umfrage – wurde ebenfalls mit Start der zweiten Umfrage abgeschaltet.
  • Selbst eine Möglichkeit einen Leserbrief online einzugeben ist nicht vorhanden, scheinbar kann man nur per Schneckenpost oder Fax in den erlauchten Kreis der Leserbriefschreiber aufgenommen werden, denn selbst eine Emailadresse für Leserbriefe konnte ich nicht finden. Dafür aber ist aber ein Formular für Wünsche, Anregungen usw. zum Internetportal vorhanden, allerdings scheint es keinen passenden Empfänger zu dem Internetauftritt in der Auswahl zu geben.
  • Dafür gibts das Wetter zweimal – einsortiert unter Kreis Lüchow-Dannenberg und unter Überregional. Und auch tatsächlich einmal lokales Wetter und einmal das Deutschlandwetter. Das hätte man nun wirklich auf einer Seite unterbringen können, wobei das Lokalwetter sowieso immer auf der Indexseite angezeigt wird…
  • Und warum ich seit inzwischen vier Tagen den blitzenden Busen von Silicone-Pam als Video angeboten bekomme verstehe ich überhaupt nicht. Was sollen solche Videos auf der Seite einer Lokalzeitung?

Mein persönliches Fazit: Eine Verschlimmbesserung. Die alte Version machte noch Appetit auf die Papierausgabe, die ich abonniert habe aber eben erst spät abends lesen kann. Die neue Version ist mir zu unübersichtlich, man merkt ihr an daß der Internetauftritt der Zeitung in der Redaktion weiterhin als ungeliebtes Stiefkind behandelt wird.

Ich überlege gerade dies hier gekürzt einmal in das oben erwähnte Kontaktformular reinzuschreiben, um mal zu sehen ob wenigstens diese elektronische Kontaktaufnahme eine Reaktion bekommt.

„Entschärfung“ der B 216

Fein, jetzt werden wieder Schilder aufgestellt. Überholverbote werden neu eingerichtet oder verlängert und Geschwindigkeitsbeschränkungen ausgeweitet. Das hatten wir doch schon mal:
Schon vor 9 Jahren schrieb der Spiegel von der Straße des Todes. Damals gab es an der B 216 drastische Aktionen um die Unfallzahlen zu senken – gebracht hat es letztendlich nichts. Aber nun hat man mal wieder erkannt daß falsches Überholen und zu hohe Geschwindigkeit Unfallursache sind – also muß man flugs Verbote und Einschränkungen aussprechen. Ist ja auch so eindeutig: Von 537 Unfällen waren 218 Wildunfälle. Die abgezogen bleiben 319 Unfälle übrig, davon entstanden 40 durch falsches Überholen und 57 wegen zu hoher Geschwindigkeit. Aus der Tatsache, daß es 79 Unfälle mit LKW-Beteiligung gab ergibt sich für die Unfallkommission scheinbar kein Handlungsbedarf. Und die übrigen Fälle, nach Adam Riese immerhin 143 Stück scheint man auch als nicht relevant zu betrachten, man hat sich ja jetzt immerhin um 97 Fälle gekümmert…

Die bekloppten Raser werden sich von den neuen Schildern und den Tempokontrollen auch ganz bestimmt abschrecken lassen – daß schon jetzt in den 70km/h-Zonen geheizt wird als ob es kein Morgen gibt und in den Überholverboten Kolonnenweise überholt wird hat von den Mitgliedern der Kommission scheinbar keiner bemerkt. Und die LKW-Konvois aus 5 Containeraufliegern mit 8 Meter „Sicherheitsabstand“ untereinander haben die bestimmt auch noch nicht gesehen.

Es darf also weiter gestorben werden auf der B 216, mal sehen was man sich in 9 Jahren dazu wieder ausdenkt…

Alle Winter wieder…

Wie in jedem Winter schaffen es die Straßenmeistereien in Lüchow und Dannenberg nicht die Straßen so zu räumen wie es in den Nachbarkreisen gemacht wird. Selbst heute, fünf Tage nach den Schneefällen gibt es auf der B216 zwischen Metzingen und Göhrde immer noch einseitige Eisplatten. Aber dieses Jahr ist es für die Orangen besonders peinlich, sie mussten dem Landkreis empfehlen für einen Tag die Schule ausfallen zu lassen weil die Straßen einen sicheren Schülertransport nicht zuließen – als einziger Kreis in Niedersachsen. Im Netz und der EJZ gab es dazu eine lustige Sammlung von Ausreden zu lesen:

– „…ich finde nicht, dass schlecht geräumt ist“
Eine mutige Aussage wenn man bedenkt daß an den Steigungen in der Göhrde die LKW hängen blieben weil das Eis auf der Straße dort buchstäblich blankpoliert wurde. Und das gleich zwei Tage lang.

– „…starker Frost, viel Schneefall…“
Naja, zumindest der starke Frost wurde doch durch Kachelmann&Co. lang und breit angekündigt. Und was die besonders starken Schneefälle angeht, mehr als 10cm sind das nun wirklich nicht geworden. Soviel ist in SAW und SDL auch runtergekommen.

– „Aufgrund einer Arbeitszeitenregelung aus Hannover sind aber nur 10-Stunden-Schichten erlaubt. Und in der Nacht dürfen wir nur in extremen Ausnahmefällen arbeiten.“
Diese ‚hannoversche Arbeitszeitenregelung‘ ist §3 Arbeitszeitgesetz nach dem eine Schicht 10h nicht überschreiten darf. Dieses Bundesgesetz gilt überall in der Bundesrepublik, alle Arbeitgeber, also auch alle Straßenmeistereien müssen damit leben. Nur in DAN klappt es nicht…

-„…die Schneedecke ist inzwischen so festgefahren, dass die Räumfahrzeuge nichts nützen.“
Etwas überspitzter formuliert: Wie sollen wir denn räumen wenn die bösen Verkehrsteilnehmer uns den Schnee festfahren…

– „Während der Nachtpause schneite es dann heftig.“
Sowas soll vorkommen. Im Zeitalter der modernen Kommunikationstechnik hätte man das aber einige Stunden vorher im Internet durchaus sehen können. Es wäre dann eine gute Idee gewesen einige Leute nach Hause zu schicken damit sie später, wenn es nötig ist eingesetzt werden können. Das ginge auch bei der ominösen ‚hannoverschen Arbeitszeitenregelung’…

– „Außerdem wird uns ja immer wieder gesagt, wir sollen nicht so viel Salz einsetzen.“
Stimmt, finde ich auch gut wenn mit dem Zeug nicht rumgesaut wird. Aber die anderen Landkreise kriegen es auch hin, und Bäume wachsen in LG und UE auch noch…

Nun ist es ja nicht so daß sich die Schneekatastrophe von vor 30 Jahren wiederholt, es ist ein wenig kälter als in den letzten Wintern, besonders viel Schnee ist auch nicht gefallen – was wollen die denn machen wenn es mal richtig schneit? Immerhin hat sich nun der Landrat eingeschaltet, mal sehen ob da was rauskommt…

Sender Höhbeck

Seit über 30 Jahren gehören die beiden Stahlgittermasten der Funkübertragungsstelle Gartow 1/2 zum vertrauten Bild des Höhbecks. Ein Blick zum Berg und je nach dem wieviel man von den beiden rot-weißen Spargeln sieht weiß man ob es klar oder diesig ist und wie tief die Wolken hängen.

Eigentlich sind diese beiden hohen Bauwerke ein Relikt aus dem kalten Krieg: Der kleinere Mast Gartow 1 wurde 1963 gebaut um Telefonverbindungen per Funk nach Berlin zu realisieren und um Radio- und Fernsehprogramme auszustrahlen. Zur Sicherstellung der TV-Versorgung Lüchow-Dannenbergs wäre allerdings sicherlich kein rund 320m hoher Mast direkt an der DDR-Grenze nötig gewesen, man wollte wohl eher so weit wie möglich die DDR abdecken… Und der Mast Gartow 2 wurde sieben Jahre später errichtet um weitere Richtfunkverbindungen nach Berlin-Frohnau nach West-Berlin zu realisieren, die Kapazitäten von Gartow 1 waren schnell ausgeschöpft. Nachdem in 2007 der letzte TV-Sender abgeschaltet wurde sind die beiden Masten nun arbeitslos geworden – Gartow 2 dient noch als große Windmeßanlage und Amateurfunker haben da wohl auch noch einige Relais drauf, Gartow 1 ist inzwischen leer.

Mit dem ersten Mast (Gartow 1) soll es deshalb nun bald vorbei sein – nach einem Artikel in der EJZ sollte der Mast eigentlich am 31.12.08 um 24:00 Uhr per Sprengung demontiert werden. Wegen Asbestproblemen ist dieser Termin erst einmal verschoben worden, genaueres ist z.Zt. nicht bekannt. Laut der aktuellen Gerüchteküche soll der Mast durch kappen der östlichen Pardunen in ganzer Länge nach Westen umfallen, über die Straße zur Schwedenschanze hinweg. Schauen wir mal – egal wie das Ding heruntergeholt wird, da will ich dabei sein…

Republik Freies Wendland

Für rund 4 Wochen bestand in Lüchow-Dannenberg einmal ein Zwergstaat: Die Republik Freies Wendland.

Hintergrund dieser „Staatsgründung“ waren die seit 1977 fortschreitenden Vorbereitungen zur Errichtung eines Nationalen Entsorgungszentrums für radioaktive Abfälle auf einem Gebiet, welches fünf Jahre zuvor durch einen verheerenden Waldbrand zu einem großen Teil in eine Wüste verwandelt worden war. Einer der Höhepunkte der damaligen Auseinandersetzungen zwischen Ordnungskräften und Atomkraftgegnern war die Besetzung der geplanten Tiefbohrstelle „Gorleben 1004“ durch ca. 5000 Atomkraftgegner am 3.Mai 1980. In den folgenden Tagen wurde dort ein Hüttendorf gebaut und auf dem Gelände ein eigener Staat proklamiert. Pässe wurden ausgegeben, Grenzmarkierungen errichtet und ein UKW-Sender in Betrieb genommen. Gut vier Wochen später, am 4. Juni 1980 wurde das Gelände von Ordnungskräften aus Polizei und Bundesgrenzschutz geräumt. Weitere Informationen und Hintergründe dazu gibts hier und hier.

Wenn man die Bilder aus dem zweiten Link mit der heutigen Situation dort vergleicht kann man kaum glauben daß es sich um den gleichen Ort handelt. Heute ist dies einerseits eine schöne Wald- und Heidelandschaft die keinen Vergleich zu den Postkartenmotiven aus der Lüneburger Heide scheuen muß, andererseits befindet sich dort eine in den Wald gestanzte Asphaltplatte mit zwei Bohrlöchern, die mühsam von der Natur zurückerobert wird. Von dem Hüttendorf und seinen engagierten Bewohnern ist keine Spur mehr zu entdecken.

Die meisten meiner Caches beschäftigen sich mit der Geschichte des Wendlands. Auch die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg und ihr ‚Widerstand‘, wie die Mitglieder trotzig ihre teilweise spektakulären Aktionen nennen sind Teil dieser Geschichte. Das Hüttendorf und die Republik Freies Wendland sind Symbole dieser Zeit vor bald 30 Jahren – und darum dieser Cache.

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Der Fall Kugelbake

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Die Elbe bei Gorleben war für mich schon immer ein Ort der Ruhe. Wenn man in den Buhnenfeldern sitzt nimmt man nur wenig wahr: leises Plätschern des Wassers, Vogelzwitschern, springende Fische und ab und zu mal ein Sportboot oder Binnenschiff. Das hat sich seit der Wende, davor verlief hier die innerdeutsche Grenze, auch nicht sehr verändert – auf dem Deich ‚drüben‘ sind jetzt eben Fahrradfahrer statt Vopos unterwegs.

1966 gab es hier aber einmal einen Vorfall der so hohe Wellen schlug daß selbst der ‚Spiegel‘ einen ganzseitigen Artikel veröffentlichte – der Fall „Kugelbake“ bzw. die „Schlacht vor Gorleben“:
Am 18.10.1966 lieferten sich Boote der DDR-Grenztruppen und Boote vom BRD-Zoll bzw. -Bundesgrenzschutz auf der Elbe bei Stromkilometer 492 beinahe eine innerdeutsche ‚Seeschlacht‘. Nur die Anwesenheit von britischen Besatzungstruppen auf dem westlichen Ufer verhinderte wahrscheinlich schlimmeres. An diesem Tag eskalierten die Meinungsverschiedenheiten um den Grenzverlauf zwischen den beiden deutschen Staaten. Anlass war das westliche Peilschiff „Kugelbake“, das bei seiner Arbeit durch die DDR-Grenztruppen massiv behindert wurde.
Schon vorher hatte es Vorfälle gegeben – z.B. wurde die Kugelbake bei einem anderen Einsatz beschossen, Zollboote abgedrängt und Binnenschiffer wurden behindert. Weitere Details dazu kann man in den beiden unten verlinkten Artikeln nachlesen.

Quellen und Links:
SpiegelOnline
Stader Tageblatt (Archiv nicht mehr verfügbar)

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Kleinbahnrelikte


Im Süden des Wendlands wurde 1910 die Kleinbahn Lüchow–Schmarsau GmbH gegründet. Von der Eröffnung am 15. Dezember 1911 bis zur Einstellung des Personenverkehrs am 31. März 1969 fuhr die Bahn mit Dampfloks, später mit Triebwagen zwischen Lüchow und Schmarsau. Dazwischen wurden weitere acht Halte bedient.

Diese Bilder habe ich Ende März 2008 auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs Lüchow-Süd aufgenommen. Hauptaugenmerk lag dabei auf der Suche und der Dokumentation erhaltener bahntechnischer Einrichtungen.

Weitere Infos zu der Kleinbahn: hier und da.

Hyla arborea aka Laubfrosch

OLYMPUS DIGITAL CAMERADer kleine Kerl hüpfte mir im letzten Sommer vor dem Rasenmäher davon. Er blieb nicht der einzige, die ganze Wiese war von den kleinen Kermits bevölkert. Allerdings war er der einzige der sich fotogen in die Weinblätter setzen ließ und sitzen blieb. Aufgenommen mit Oly E-1, als Linse ein altes 2,8/135mm Zuiko mit Zwischenring. Beides noch aus alten OM-Zeiten, per Adapterring drangeschraubt – also nix mit Autofokus, dafür aber mit Arbeitsblende…

Nachtrag vom 09.02.2013: Ich habe die Nutzungsrechte an diesem Bild für einen begrenzten Zeitraum vergeben. Deshalb steht dieses Bild bis auf weiteres nicht unter der sonst hier gültigen Lizenz zur Verfügung!