Asphyttan – Håverud Camping

 

Auf den Ort Håverud und die alte Provinz Dalsland sind wir durch eine Sendung des NDR gekommen. Im Juli 2019 lief dieser 90min-Film (Link führt zum Video auf der Webseite der Produktionsfirma, hoffentlich wird er nicht gelöscht…) auf N3, in dem unter anderem auch die Durchfahrt eines alten Ausflugsdampfers durch diese eindrucksvolle Anlage gezeigt wurde. Noch während die Sendung lief schaute ich nach ob es dort einen Stellplatz gibt – und es gibt einen, nämlich Håverud Camping. Damit waren wir uns einig, daß wir in diesem Urlaub versuchen wollten hier her zu kommen. Der Campingplatz ist locker um die Strasse zur Schleusenanlage angelegt, es gibt bis auf eine Grauwasserentsorgung alles was man braucht, selbst Waschmaschine und Trockner sind im Preis mit enthalten. Zum unteren Teil der Schleusenanlage kann man fast hinspucken.

An dieser Stelle Schwedens haben sich auf kleinster Fläche im letzten Jahrhundert Ingenieure für Wasser-, Kraftwerks-, Eisenbahn- und Strassenbau austoben dürfen – der Dalsland-Kanal wird hier mit vier Schleusen und einem Aquädukt quer über eine Stromschnelle zwischen zwei Seen um 10 Meter angehoben, direkt daneben gibt es noch ein Wasserkraftwerk welches per Tunnel aus dem oberen See Åklång versorgt wird. Und obendrein wird die gesamte Wasserbauanlage auch noch von einer einspurigen Eisenbahnklappbrücke und einer Strassenbrücke überspannt.

Wir hatten das Glück, daß wir in der Nachsaison dort waren und uns ohne großes Gedränge alles in Ruhe genauestens ansehen konnten – wie an den Schleusen des Göta-Kanals ist die Anlage größtenteils für jedermann begehbar, selbst die Trogbrücke des Aquädukts darf man auf den geschwungenen Trägern überqueren. An einem Kletterstieg direkt unter der Klappbrücke der Eisenbahn hindurch steht an einem Schild daß man sich vor dem eventuell bis fast auf den Boden herunterschwingenden Gegengewicht der Brücke in Acht nehmen soll – beide Situationen für deutsche Verhältnisse absolut undenkbar, in D wäre das alles mit Barrieren und Zäunen zugesperrt…

Auch die restliche Gegend ist wirklich sehenswert, wir sind am unteren See Övre Upperudshöljen auf einer alten, am gesamten südlichen Ufer entlangführenden Bahntrasse spazieren gegangen. Eine kleine Klettertour führte uns von der Schleusenanlage über den schon erwähnten Kletterstieg hoch zu dem runden Aussichtspavillon – für mich alten Sack durchaus anstrengend. Uns hat es dort auf jeden Fall sehr gefallen, bei einem weiteren Schweden-Urlaub werden wir Dalsland entlang des Kanals sicherlich weiter erkunden.

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