Håverud – Trollhättan, Husbil ställplats

Ungewollt hatte sich unser Urlaub bis hierher eher zu einer Kanal-Besichtigungstour entwickelt, da war es nun nur konsequent daß wir in Trollhättan auch wieder in der Nähe des Kanals standen – allerdings gibts in der Stadt auch wenig Auswahl, entweder steht man bei einem Golfplatz, oder man steht wir wir auf dem Stellplatz an der großen Schleusenanlage des Trollhättan-Kanals. Dieser Stellplatz war aber auch wieder ein Glücksgriff:

Nach unsem ersten Gassi-Gang direkt nach Abstellen des Mobils erkannten wir schnell, daß wir uns hier auf der weitläufigen Anlage mit Schleusentreppen verschiedenen Alters ausgiebiger umsehen wollten, also planten wir sofort zwei Nächte ein. Damit entstand bei uns beiden aber der Wunsch nach ein wenig Sat-Empfang, was aber auf diesem Stellplatz aufgrund der Abschattung durch hohe Fichten problematisch war. Nach viel suchen mit einer entsprechenden Handy-App und zweimaligem umparken hatten wir den einzigen Platz mit Empfang von Astra 19,2° Ost belegt – es ist, von der Einfahrt her gesehen, der hinterste Platz in der ersten Reihe. 😉

Der Trollhättan-Kanal ist die westliche Verbindung von Schwedens größtem Binnensee Vänern mit der Ostsee. Die östliche Verbindung bildet der Göta-Kanal, den wir einige Tage zuvor ja bei der Schleusentreppe Bergs Slussar besucht hatten. Diese Schleusenanlage in Trollhättan ist damit aber unvergleichlich – in den Dimensionen der Schleusenkammern, der Hubhöhe und dem Alter, hier ist alles größer oder älter. In der neuesten Schleusenkette von 1916 werden Tag und Nacht Küstenmotorschiffe mit bis 88 Meter Länge und 13 Meter Breite auf das Niveau des Vänern gehoben. Direkt in der Nähe dazu liegen die beiden älteren Schleusentreppen die jeweils im 18. und 19. Jahrhundert gebaut wurden. Auch hier kann man wieder fast die gesamte Anlage betreten, über einzelne Schleusentore die Kanalseite wechseln und dabei die Schleusung der großen und kleinen Pötte zu Fuß begleiten.

Die gesamte Insel zwischen dem Kanal und dem Fluß Göta älv ist mit Wanderwegen erschlossen, die teilweise auch mit dem Fahrrad befahren werden können. Ein 7,5 km langer Wanderweg führt von den Schleusen kanalaufwärts bis zu der eindrucksvollen Eisenbahnhubbrücke in der Stadt, und von dort auf der anderen Seite des Kanals wieder zurück. Andere Wege führen zu dem Kraftwerk Olidan oder zu der Kungsgrottan, in der seit Jahrhunderten die schwedischen Könige ihre Unterschrift in den Stein hauen lassen. Allerdings ist das keine Höhle, sondern eine am Tageslicht liegende Aushöhlung die über einen langen Zeitraum vom abfließenden Wasser geformt wurde.

An den knapp zwei Tagen waren wir dort viel unterwegs, haben aber das Gefühl nur einen ganz kleinen Teil der Sehenswürdigkeiten in der Gegend gesehen zu haben – in der Stadt selbst waren wir nicht, am nördlichen Steilufer des Göta älv gibts es einige Aussichtspunkte die per Wanderweg erreicht werden können, und die Stromschnelle „Trollhättefallen“ haben wir auch nur in trockenem Zustand gesehen. Auch hier werden wir deshalb mit Sicherheit noch einmal wieder her kommen.

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