Toschis Station in Zella-Mehlis

Die A7 in Richtung Kassel verbinde ich immer mit Staus, Baustellen und löcheriger rechter Spur, so kenne ich sie auf jeden Fall aus der Zeit als ich öfter für Fortbildungen von Hamburg nach Nürnberg fuhr. Für uns, in der „oberen Mitte“ Deutschlands (aka Wendland) wohnend, bietet sich als Wegabschnitt in den Südwesten auch die A71 an, von dieser relativ neuen Autobahn hatte ich auch gelesen daß sie landschaftlich schön sei.

Stimmt, das können wir nur bestätigen! Nicht immer nur schnurgerade folgt die Strasse den Konturen der Landschaft, große Bergzüge werden mit modernen Tunnels durchstochen, tiefe Einschnitte mit Brücken überquert. Ansonsten geht es in leichten Steigungen und Gefällen auf- und ab, weil der Verkehr sich in Grenzen hielt hat die Tour Spaß gemacht.

Übernachtet haben wir am Ende unserer ersten Etappe auf dem teilweise noch im Bau befindlichen, terrassenförmig angelegten Hof einer Mischung aus Rasthof, Restaurant und Dorfdisko – Toschis Station. Dort sind z.Zt. drei Stellplätze mit Strom angelegt, weitere Stellplätze ohne Infrastruktor befinden sich eine Terrassenebene weiter oben.
Das Restaurant bietet einheimische Küche zu günstigen Preisen – als Übernachtungsplatz ist Toschis Station durchaus zu empfehlen.

Die „Disko“ mit heimeligem 80er-Jahre Ambiente. Oberhof ist nicht weit – zumindestens in der Wintersaison steppt hier sicherlich der Bär…

 

Salzwedel, WoMo-Stellplatz am Freibad

Salzwedel … für uns eher eine Einkaufsalternative zu unseren Kreisstädten oder zu Lüneburg. Einen Grund, hier einen Stellplatz zu suchen gabs bisher nicht – bis zur der Ankündigung, daß es in Salzwedel ein Streetfoodfestival geben würde…
Das Event war nicht ganz das, was ich erwartet hatte, denn angekündigt waren „Delikatessen aus aller Welt“, tatsächlich bekam man (gefühlt…) an jedem zweiten Stand einen Burger. Den dann zwar etwas 
folkloristisch angehaucht mit Kimchi, Pulled Pork oder einer Bulette vom Angeler Sattelschwein, ich hatte mir aber mehr exotischere Sachen erhofft. Immerhin gabs aber einen Stand mit fritierten Heuschrecken für 2€ das Stück… 

Der Stellplatz in Salzwedel lag für den Besuch des Events optimal, es waren gerade mal 5 min Fußweg bis zum Gelände. Sanitäre Einrichtungen gabs nicht – die Freibad-Saison hatte noch nicht begonnen. Ansonsten ist der Platz zum erkunden der schönen Altstadt sehr empfehlenswert. 

 

Naturferiendorf Rügen & Spa, Neuenkirchen OT Moritzhagen

Quelle: Google Maps

Dieser auf Nordrügen liegende, vielversprechende Stellplatz (…man schaue sich die Webseite genau an…) war unser Ziel für Ostern 2017. Hier wollten wir den Ausblick genießen, spazieren gehen und ansonsten einfach nur ausspannen. Die Betonung soll hier auf „War“ liegen, denn dabei sollte es auch bleiben – diese Adresse auf Rügen, an einem ehemaligen Raketenhügel der NVA, wurde unser erster Stellplatz-Totalausfall:

Ich hatte mit dem Besitzer/Betreiber rund 14 Tage vor Ostern telefoniert um uns anzumelden und zu reservieren. Im Zuge des Telefonats informierte er mich, dass das Sanitärhaus für den Campingbereich fertig und in Betrieb sei, wir könnten also mit einem WoMo gerne kommen. Allerdings würde auf dem Rest des Geländes gebaut werden, die Lärmquellen lägen aber weitab von dem Campingbereich. Ich sagte ihm, dass uns sowas nicht stören würde und fragte nach, ob und wie ich denn einen Platz reservieren könnte. Antwort, O-Ton: „Ist nicht nötig, wir haben genug Platz, kommen sie einfach her.“ Das nahmen wir wörtlich…

Schon die Anfahrt über die letzten Kilometer wurde sehr abenteuerlich: Die einzige, nach Neuenkirchen bzw. dessen Ortsteil Moritzhagen führende Straße mit geschlossener Fahrbahn war komplett gesperrt – Fahrbahnarbeiten. Die weite Umleitung führte über einspurige, schlecht instand gehaltene Plattenwege mit vereinzelten Ausweichen, natürlich prompt als wir darauf fuhren mit LKW-Gegenverkehr. Nachdem wir uns über zwei(?) verschlafene Örtchen durchgeschlagen hatten endete unsere Fahrt vor einem per Kette und Vorhängeschloss verrammelten Tor. Immerhin stand hinter dem Tor aber eine Tafel, auf der „Wir sind auf dem Gelände unterwegs!“ und zwei Handyrufnummern standen. Ok, die sind wohl am arbeiten, wie angekündigt…
Die erste Rufnummer gehörte jemandem, der auf dem Gelände nicht mehr beschäftigt war … und die zweite gehörte dem Besitzer, den ich ja schon kannte. Er nahm allerdings in Cottbus ab, konnte sich an unser Gespräch angeblich nicht erinnern, hatte sich auch überhaupt nichts notiert und außerdem hätten eh alle Reservierungen zu Ostern wegen des schlechten Wetters sowieso abgesagt. Und wenn er jetzt losfahren würde, wäre er erst spät in der Nacht da und das Sanitärhaus wäre nicht gereinigt und nicht in Betrieb…

So standen wir da nun, in der tiefsten Pampa von Rügen. 🙁
Leider habe ich in der Enttäuschung versäumt, Bilder von dem einsehbaren Teil der Anlage zu machen, nur soviel zur Erklärung: Die Realität vor Ort steht in härtestem Kontrast zur professionell gestalteten Webseite mit ihren Hochglanzdarstellungen- genau genommen sieht es dort aus wie viele andere verwahrloste NVA-Liegenschaften, einzig ein Plakat deutet darauf hin daß man am richtigen Ort ist. Mir war klar, dass uns dort eher robustes Gelände, aber kein Schicki-Micki-Stellplatz erwarten würde. Die sichtbaren Gebäude sind aber am besten mit „Lost-Place“ zu beschreiben, unter anderen Umständen hätte ich dort einen entsprechenden Geocache erwartet. Ich frage mich inzwischen wirklich, welche der vielen schönen Fotos auf der Webseite tatsächlich dort entstanden sind…

Mein persönliches Fazit als Warnung an potentielle Interessenten:
Man sollte bei dieser Location am besten schriftlich sicherstellen, dass bei Ankunft wirklich jemand vor Ort ist und dass zumindestens die auf der Webseite dargestellten Grundeigenschaften (Zugang, Sanitär, Wasser, Strom) auch wirklich zur Verfügung stehen. Ich würde mich wirklich freuen, wenn sich dort auf dem Gelände in Zukunft tatsächlich einmal so etwas wie auf der Webseite angekündigt entwickeln würde – wenn sich in der Richtung positive Erkenntnisse ergeben würden wären wir sicherlich noch einmal bereit, dort einen Versuch zu machen.
In dem aktuellen Zustand kann man allerdings wirklich nur von mutwilliger Touristenverarsche sprechen…

Stellplatz am Grabower Stadthafen

Noch ein Stellplatz den wir nun auf unserer Liste abhaken können eigentlich kannten wir ihn aber schon von der Wasserseite her aus unserer Sportbootzeit. Damals war in dem großen Neubau am Hafen ein Aldi untergebracht: Höchst praktisch zum Vorräte bunkern, man konnte so mit dem vollen Einkaufswagen direkt ans Boot fahren, wenn man ihn über das Pflaster bugsiert bekam.

Damals schon störte der durchfahrende KFZ-Verkehr auf diesem lauten Pflaster, so ist es heute noch. Der Aldi ist aber inzwischen an die B5 umgezogen, hier war wohl zuwenig los. Nicht versäumen sollte man einen Besuch bei dem Italiener „Restaurante Portofino“ in der Canalstrasse 11. Sehr leckeres Essen zu sehr moderaten Preisen! Das wissen allerdings auch die Grabower zu schätzen, deshalb ist eine telefonische Reservierung Pflicht…
Sehr beliebt ist dieser Platz auch bei Kunden von Caravan-Wendt in Kremmin, die stehen hier oft vor Abgabe bzw. direkt nach Abholung des neuen oder geliehenen WoMos.

Marina Lauenburg

Hierher zur Marina Lauenburg wollten wir schon lange, eigentlich seit dem wir das WoMo haben. Endlich hats geklappt – und wir haben es nicht bereut. Die Betreiberin ist sehr freundlich und bemüht, der Platz verwöhnt mit tollem Ausblick auf die Einfahrt in den Elbe-Lübeck-Kanal. Und an dem Tag als wir dort ankamen gabs zufällig sogar noch Livemusik und leckeres Essen: In Lauenburg wurde die 2017er Kultur- und Kneipennacht gefeiert, der Stellplatz war eine der vielen Locations wo es Musik und interessante Dinge zum Essen gab.


Zu Fuß ist man schnell in der Altstadt mit seinen engen Gässchen, die Preise von SP sind Ok, in der Saison gibts einen Brötchendienst, die Sani-Bereiche sind sauber – was will man mehr.
Ebenfalls sehr empfehlenswert ist die Hafenkneipe „Zum Ancker“ – leckeres Essen bei purem 70er-Feeling:

Hitzacker – Parkplatz, nicht Stellplatz

Quelle: Google Maps

Hier frage ich mich schon einige Zeit, was Hitzackers Stadtherren eigentlich geritten hat:
Da haben sie einen fast komplett ausgestatteten Stellplatz, hier im Landkreis ein Standortvorteil a la bonheur – und der wird per Verordnung zu einem simplen Parkplatz für eine Übernachtung degradiert.
Die Einschränkung, nur eine Nacht stehen bleiben zu dürfen werden sicherlich viele Wohnmobilfahrer als Aufforderung verstehen gleich umzudrehen und in Zukunft fern zu bleiben. Dabei ist das Städtchen allemal einen längeren(!) Besuch wert – glaubt man im Rathaus wirklich, daß Besucher z.B. der Musikwoche mit dem Wohnmobil nur für ein Konzert anreisen oder sonst mit dem PKW um die Belegung der Hotels zu steigern?
Wir haben uns auf jeden Fall gefügt und sind, ehe uns die Büttel verjagen, nach einer Nacht nach Lauenburg weiter gefahren, dort werden WoMo-Fahrer als willkommene Gäste akzeptiert. Selbst das übliche Foto hab ich in Hitzacker vergessen… :-/

WoMo-Stellplatz Bienenbüttel

Bienenbüttel, wieder so ein Ort den ich ohne Geocaching nie aufgesucht hätte. Irgendwie lag Bienenbüttel immer abseits unserer Wege, egal in welche Richtung wir fuhren.

Quelle: Google Maps

Daß es dort einen Stellplatz gibt habe ich erst gemerkt als die Ankündigung eines Geocaching-Events ins Email-Postfach flatterte und wir überlegten ob wir teilnehmen sollten.
Und genau dafür war der Platz auch passend – zum übernachten nach einem Event, ansonsten gibts dort aus meiner bescheidenen Sicht eigentlich nichts was uns dort hingezogen hätte. Sieht man auch daran, daß ich es noch nicht einmal geschafft habe ein eigenes Foto des SP zu schießen. :-/
Preislich völlig OK, Ausstattung auch – daß es dort irgendwo ein öffentliches WC nebst Duschen gibt (wohl in der benachbarten Halle?) habe ich erst auf Bienenbüttels Webseite erfahren…

Krämers Wohnmobilhafen, Boltenhagen

Hier fühlten wir uns rundweg wohl – wir wurden sehr freundlich empfangen, konnten uns den Platz aussuchen an dem wir stehen wollten und hatten völlige Ruhe. Kein Wunder, wir waren schließlich Anfang November hier. Die Parzellen sind aus unserer Sicht groß genug, da standen wir schon enger. Sanibereiche sind groß und sauber, daß sie nachts geschlossen werden mag mit dem Hochbetrieb zusammenhängen, der hier im Sommer herrschen muß. Dann in der Hochsaison muß hier der Teufel los sein, ich weiß nicht ob ich dann hier stehen möchte. Wir konnten damit leben, dazu hat man ja sein Klo im Womo.
Zu Fuß durch einen parkähnlichen Wald und die unvermeidlichen Strandvillen ist es nicht weit zum Sandstrand, allerdings ist es sehr weit zu ausgewiesenen Hundstränden – die liegen an den äußersten Enden der Boltenhagener Strandlinie. Fazit: In der Nebensaison gerne, zur Hauptsaison nix für uns.

Kappeln, Nordhafen

Auf dem gekiesten Gelände, auf dem die Fa. Anker-Yachting außerhalb der Saison Unmengen von Segelyachten parkt, kann man auch mit seinem WoMo stehen. Von Bord eines Schiffes auf der Schlei sieht dieser SP richtig schick und gemütlich aus. Direkt vor Ort war der Eindruck dann eher durchwachsen, wir fühlten uns nicht sehr  wohl. Vorteil: Man ist zu Fuß und per Rad sehr schnell in der City von Kappeln, ein Supermarkt ist noch dichter dran. Zum Einkaufen und Bummeln also ein idealer Platz. Nachteil: Die Zahlautomaten, die Sanibereiche und die Entsorgungsstation befinden sich nicht direkt bei den Stellplätzen, es ist ein mehr oder weniger langer Spaziergang nötig. Tagsüber mussten wir dabei Dampfstrahlern zum reinigen der gerade gekranten Boote und flott rangierenden Bootstrailern ausweichen, nachts ist der Weg völlig unbeleuchtet, von den Lämpchen in den Stromsäulen einmal abgesehen. Fazit: Im Sommer vielleicht noch mal gucken…

Stellplatz Förde- und Kanalblick, Kiel

Wer wie wir NOK-Fan ist, ist hier genau richtig. Wer aber Natur pur, Ruhe und gediegenes Ambiente sucht, sollte sich besser woanders hinstellen. Sanitärbereiche, Ver- und Entsorgung sind zwar vorhanden, alles allerdings nicht sehr einladend. Die Stellplatzbereiche selbst sind eher ungepflegt. Und Werktags wird man vom LKW-Verkehr zu dem Mineralstoffhändler in direkter Nachbarschaft wach gehalten.
Für diese Widrigkeiten entschädigt die tolle Aussicht auf die Kieler Förde und auf die Einfahrt der Kanalschleusen, wir standen auf dem „hinteren“ Platz beim Imbiss. Fazit: Für ein, zwei Nächte ganz OK, wird von uns sicherlich noch einmal angefahren.