Polen 2022, Nachbetrachtung und Übersicht aller angefahrenen Ziele

Zuerst vorneweg, für diejenigen die zufällig auf diese Webseite gekommen sind schreibe ich dies in unregelmäßigen Abständen immer wieder ins Blog:
Warum schreibt dieser Typ das alles? Ganz einfach: Ich verdiene damit nix, bis auf einige wenige, entsprechend markierte Affiliate-Links ist hier nichts kommerziell, im Gegenteil kostet mich die Webseite jeden Monat etwas – denn wir nutzen diese Seite hauptsächlich für uns selbst, als undatiertes Reisetagebuch und Gedankenstütze. Bei unseren Reisen in Deutschland und den Nachbarländern haben wir uns an manchen Orten gefragt ob wir eventuell früher schon einmal dort waren, und mit einem Blick ins Blog konnten wir uns das dann selbst beantworten.
Davon abgesehen sind die Reise-Infos im Blog aber eventuell auch für andere Campingreisende zur Planung interessant, deswegen gebe ich mir Mühe, die Beiträge in eine ortographische Form zu bringen bei der meine selige Deutschlehrerin sich nicht im Grab umdrehen muß, und schalte die Beiträge hier im Blog öffentlich (privat und nur nach Login sichtbar ginge z.B. auch) – Suchmaschinen indizieren dieses Blog, es kann also sein daß der eine oder andere beim googeln hierher findet und mit den Beiträgen zu den Camping- und Stellplätzen oder ihrer Umgebung etwas anfangen kann…

Unseren 2022er Weg durch Polen kann man hier (im Uhrzeigersinn) auf dieser Karte nachvollziehen. Die einzelnen Stationen kann man auf der Karte vom Reiseatlas (auch auf der Hauptseite des Blogs zu finden) anklicken und kommt dann in einem neuen Browserfenster direkt zu dem entsprechenden Beitrag.

Quelle: Google Maps

Für Handynutzer ist das klicken im Reiseatlas etwas mühsam, deswegen gibts hier noch eine chronologische Liste mit Links zu allen Berichten unserer Reise. Auch hier sollte sich ein neues Browserfenster öffnen:

Mein persönliches Fazit unserer Polenreise:
Polen ist eine auf jeden Fall eine Reise wert! Wobei man in der Vorsaison als Wohnmobilist keine allzu großen Ansprüche an die Anzahl der verfügbaren Camping- oder Stellplätze haben sollte. Stellplätze sind eh Mangelware, und die Campingplätze haben schlicht noch nicht geöffnet oder stecken noch in der Vorbereitung für die kommende Hauptsaison während der polnischen Schulferien – entweder wird schnell noch ein Gebäude gebaut, oder in den Campingbereichen steht das Gras noch so hoch daß ein äsendes, erwachsenes Reh darin verschwindet. Ende Mai, Anfang Juni ist Polen eben noch nicht im Urlaubsmodus, und das merkt man als internationaler Tourist zumindestens abseits der Hotspots bei vielen Gelegenheiten. Oft fühlt man sich, auch wieder abseits der Hotspots, als internationaler Gast etwas allein gelassen – Sehenswürdigkeiten werden z.B. auf großen Tafeln in polnischer Sprache ausgiebig beschrieben, englische Beschreibungen (es muß nicht deutsch sein!) sind aber selten zu finden und wenn sie da sind eher dürftig. Und daß eine Stadt wie Bydgoszcz es nicht für nötig hält englischsprachige Mitarbeiter in der Touristeninfo zu beschäftigen hinterlässt einen ähnlich faden Beigeschmack. Dabei waren die Leute mit denen wir direkten Kontakt hatten bis auf ein/zwei Ausnahmen alle sehr freundlich, nett und hilfsbereit, notfalls verständigt man sich eben mit Händen und Füßen. Die polnische Touri-Industrie scheint dagegen noch nicht vollständig in Europa angekommen zu sein…

Was uns noch deutlich auffiel sind die großen Gegensätze: Einerseits die bombastisch-prunkvollen Ausstattungen der Kirchen, andererseits gibts alte Menschen die in ärmlichen Hütten wohnen und sich mit selbstgemachtem Honig etwas dazu verdienen müssen. Oder Häuser mit zugenagelten Fenstern und Türen bei denen der Putz komplett abgefallen ist, die aber an frisch angelegten Marktplätzen mit polierten Gehwegplatten stehen. Andernorts wieder frisch planierte und geteerte Straßen, aber mit Gehwegen bei denen uralte Betonplatten so hoch stehen daß man drüber fällt, und hinter dem Gehweg stehen dann wieder nagelneue Spielautomatenbuden mit grell blinkender Beleuchtung.

Noch ein Wort zu Essen und Getränken: Daß in den Küstenorten gefühlt jeder zweite Imbiss Döner Kebab anbietet muß wohl eine Modeerscheinung sein – viel empfehlenswerter sind jedoch die familienbetriebenen Restaurants mit einheimischer Küche oder Supermarkt-Pirogi aus einheimischer, lokaler Produktion, alles sehr lecker und ungeheuer preiswert. Eine sehr aktive Craftbierszene scheint es auch zu geben – alle Biere die ich probierte waren durchweg mein Geschmack: milde gehopft, würzig und süffig mit moderatem Alkoholgehalt.

Und nun noch einige Bemerkungen zur Maut in Polen, das Thema taucht in den entsprechenden FB-Gruppen immer wieder auf:
Wir waren mit einem WoMo über 3,5 Tonnen zGG unterwegs. Insgesamt ist der Ablauf auf den staatlichen Strassen einfach und problemlos, ich hatte mich vor dem Urlaub auf der Seite https://etoll.gov.pl/de/ registriert und dem Account per Kreditkarte ein Prepay-Guthaben von 150 Zloty gebucht. Auf meinem Haupt-Handy habe ich die App e-Toll PL installiert und mit den Daten der Webseite gefüttert. Dem Account muß dann auf der Webseite noch eine OBU (hier die App auf dem Handy) zugeordnet werden und diese OBU noch mit dem Fahrzeug verknüpft werden. Vor jeder Fahrt haben wir die App gestartet und angegeben daß eine Mautfahrt geplant sei da wir nie vorher wussten ob die Strecke über Mautstrassen führt. Während der Fahrt kann man sehen wie sich an den Straßen mit dem orangen Mautsymbol-Schildern ab und zu das Guthaben sehr langsam verringert, jetzt nach Ende des Urlaubs sind noch rund 88 Zloty übrig. Bei einem neuen Polenbesuch würde ich die App auf einem alten Handy installieren um das normale Handy für Navigation usw. frei zu haben. Ansonsten sehr einfach und stressfrei, es wäre schön wenn sich alle Länder auf so eine Lösung mit einer einzigen europaweit gültigen App einigen könnten. Aber das bleibt wohl eher ein naives Wunschdenken…
Außerdem nutzten wir die privat gebaute A1, dort funktionierte das bezahlen ähnlich wie in Parkhäusern: Beim reinfahren Ticket ziehen, beim rausfahren Ticket beim Personal abgeben und und den “erfahrenen” Betrag bar bezahlen, dann geht die Schranke hoch.

Wir werden Polen irgendwann sicherlich noch einmal wieder besuchen, denn einige verbliebene Ziele lagen von unserer diesjährigen Route zu weit abseits.

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